Gegen die Verherrlichung von Kriegsgerät!

Unser folgdener Antrag wurde bei Landesmitgliederversammlung der Linksjugend [’solid] Niedersachsens vom 25.-26. Juli 2015 angenommen.

Die Landesmitgliederversammlung Niedersachsens beschließt den folgenden Sticker des „LAK Shalom Niedersachsen“ nicht als Werbematerial im Namen der Linksjugend Niedersachsens bzw. des „LAK Shalom NDS“ zu tolerieren, zu akzeptieren sowie dafür anfallende Druckkosten nicht zu erstatten, sondern sich davon kritisch zu distanzieren. Zudem wird der „LAK Shalom NDS“ aufgefordert diesen Sticker von seiner Homepage wie auch von seiner Präsenz in sozialen Medien zu entfernen.

Der Sticker des LAK Shalom Niedersachsen
Sticker des LAK Shalom Niedersachsen

Begründung:
Der Sticker des „LAK Shalom Niedersachsen“ bewirbt einen Panzer, über diesen ziert sich der Spruch „Antifa muss praktisch werden.“ Mit der Lossagung „Solidarität mit Israel“, wird deutlich, dass es sich um einen Panzer der israelischen Armee handelt. Folglich fordert der LAK Shalom NDS kriegerische Auseinandersetzung, um einen sogenannten Antifaschismus in die Praxis umzusetzen, verherrlicht dabei Militärgerät und eine Armee, die viele Zivilisten durch willkürliche Bombardierungen getötet hat.
Das damit der vermeintliche Anspruch für Frieden, hebräisch Shalom, einzustehen, wie die Eigenbezeichnung suggeriert im Widerspruch steht, liegt klar auf der Hand. Dies fördert den Friedensprozess in Nahost nicht bzw. strebt diesen nicht an, sondern stilisiert die Aufrechterhaltung der Besatzung und militärischer Repression Israels gegen die Menschen in Palästina fälschlicherweise als antifaschistisch. Im Kontext des im letzten Jahr eskalierten GAZA-Konflikts werden die durch das israelische Militär getöteten Zivilisten in GAZA zu Faschisten. Dies kommt einem Schlag ins Gesicht der betroffenen Angehörigen gleich. Das Antifaschismus praktisch werden müsse, um unter der Lossagung „Solidarität mit Israel“ Kriegshandlungen und Verbrechen an der Zivilbevölkerung zurechtfertigen und sich damit auch noch zu solidarisieren, zeigt eine menschenverachtende Sichtweise auf. Des Weiteren ist der Sticker in den Farben, der israelischen Nationalflagge, blau und weiß gehalten, und wirkt daher mit seiner Militärgerätsverherrlichendenweise wie nationalistische, militaristische Propaganda. Diese könnte auch von der Rechten Regierung Israels unter Benjamin Netanjahu stammen. Bereits in einem offenen Brief aus dem Jahr 2010 von linken Israelis an die Partei die LINKE in Deutschland wird genau das kritisiert:
“Wir haben uns zu diesem Brief entschlossen, nachdem uns wiederholt Berichte über Aktivitäten Eurer Partei bezüglich der Situation in Israel/Palästina bekannt wurden, so die Teilnahme von führenden Mitgliedern Euer Partei an einer Demonstration im Januar 2009 in Berlin, auf der die Weiterbombardierung des Gaza-Streifens gefordert wurde; das Bestehen und die Akzeptanz eines Bundesarbeitskreises in eurer Partei Bundesarbeitskreis (BAK Shalom), der jedes militärische Vorgehen des Staates Israel unterstützt und militaristische und nationalistische Propaganda betreibt; schließlich das Schweigen der Mehrheit der führenden Parteimitglieder zur israelischen Besatzungspolitik. All das hat uns bewogen, unsererseits nicht länger zu schweigen, sondern zu intervenieren.”
(Link zum Aufruf: http://de.indymedia.org/2010/03/276798.shtml)